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St. Pauli feiert erstes Achtelfinale seit 15 Jahren: "Das ist nicht so schlecht"

© IMAGO / Picture Point LE

In der Verlängerung sorgte der Zweitliga-Tabellenführer für das Weiterkommen im DFB-Pokal. Drei Mal ging der FC St. Pauli am Mittwochabend in Führung, um die SG Dynamo Dresden in die Knie zu zwingen. Nach Abpfiff waren sich alle Beteiligten einig, dass sich die Sachsen dieses Mal noch besser auf die Kiezkicker eingestellt hatten. Dennoch gelang historisches.

"Immer zurückkommen"

Elversberg, Trier, Bremen II – die Endstationen der vergangenen Jahre im DFB-Pokal waren vielfältig. Seit der Saison 2005/06 kam der FC St. Pauli nicht mehr über die zweite Pokalrunde hinaus, was am Mittwochabend jedoch eindrucksvoll in Dresden gelang. Zweimal kam der Gegner zurück, doch dreimal waren die Kiezkicker zur Stelle. "Die Zuschauer haben eine packenden Pokalkampf gesehen. Es ging hin und her", fand auch FCSP-Cheftrainer Timo Schultz.

Die Führungen durch Leart Paqarada (63.) und Maximilian Dittgen (71.) wurden jeweils innerhalb von drei Minuten beantwortet. Für die Teams ging es in der Verlängerung, in der Christopher Buchtmann (101.) das letzte Wort hatte. "Ich denke, dass die Tore gegen uns vielleicht ein bisschen zu einfach fallen. Aber es spricht für unsere Mentalität, dass wir dann unsererseits immer zurückkommen und im Flow bleiben", stellte der Siegtorschütze nach Abpfiff klar. Ein historisches Ereignis, wie es auch Ersatztorhüter Dennis Smarsch bei seinem Pokaleinsatz bewusst war: "Wir sind nach 15 Jahren mal wieder in die dritte Runde gekommen, das ist nicht so schlecht."

Schultz lobt Dresden

Vor drei Wochen waren die Dresdner noch zu Gast am Millerntor – der damalige 3:0-Sieg war mit dem Pokalfight nicht vergleichbar. "Die Dresdner Mannschaft war sehr gut eingestellt, hat uns das Leben richtig schwer gemacht und konnte immer wieder Nadelstiche setzen. Am Ende sind wir nicht der unverdiente, aber auf jeden Fall der glückliche Sieger", blickte Schultz auf die Pokalpartie zwischen den Zweitliga-Rivalen zurück. "Alles in allem war es offenes Visier, so wie man sich ein Pokalspiel wünscht."

Wie sich das auf dem Rasen anfühlt, wusste der Coach vielleicht noch aus Erfahrung. Vor 15 Jahren stand der 44-Jährige in der Startelf, als beim damaligen Regionalligisten vom Kiez das Pokalmärchen geschrieben wurde. Erst im Halbfinale war der Traum gegen Bayern München vorbei. Nun erreichte St. Pauli nach langer Zeit wieder das Achtelfinale. "120 Minuten sind ein ganzes Stück Arbeit, aber wenn du auswärts in Dresden in die nächste Runde kommst, dann fühlt sich das schon ein bisschen leichter an", war sich Torschütze Paqarada sicher. Weiter geht es für die Hamburger nun mit dem nächsten Highlight, denn am Samstag (13:30 Uhr) sind die Kiezkicker zu Gast beim SV Werder Bremen an der Weser.